SCHWANGERSCHAFT, GEBURT & STILLEN IN ZEITEN DES CORONAVIRUS (COVID-19)

 

Die Unsicherheit von Schwangeren, sowie Müttern von Neugeborenen & Säuglingen im Umgang mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) ist groß. Uns Hebammen geht es ähnlich. Daher recherchiere ich Tag für Tag aktuelle Informationen zu den Auswirkungen und Empfehlungen rund um Corona bei Schwangerschaft und Geburt.
Und da ich das sowieso mache, teile ich meine Erkenntnisse ab jetzt einfach mit euch.
Ich bin keine Virologin. Und das Virus ist so neu, dass tagesaktuell neue Erkenntnisse, und somit auch neue Empfehlungen dazu kommen. Daher kann es sein, dass das was heute richtig erscheint, morgen veraltet sein wird. Rund um die Uhr kann ich diesen Job hier natürlich nicht machen, aber ich werde mich um Aktualität bemühen. Schickt mir gerne Links und Anmerkungen, wenn ihr über Wissen verfügt, das hier noch fehlt.
– Stand: 13.3.2020, zuletzt aktualisiert 17.3.2020 –

Tagesaktuelle Meldungen findet ihr weiter unten im Text.

 

Wer nochmal bei den Grundlagen anfangen möchte, kann mit diesem kleinen Film der WHO über Corona beginnen (allerdings auf Englisch):

 

Risiken für Schwangere in Zeiten von Corona (SARS-CoV-2)

Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) – vereint im German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG) –  hat eine FAQ für schwangere Frauen und ihre Familien zu spezifischen Risiken der COVID-19-Virusinfektion veröffentlicht.

Darin heißt es:

„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es international keinen Hinweis, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung. Es wird erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweist. (…) Wenn eine bereits vor der Schwangerschaft bestehende Herz- oder Lungenerkrankung vorliegt, könnten eher Komplikationen bei Atemwegsinfektion wie bei der Coronavirusinfektion eintreten.“

Also: Schwangere mit Vorerkrankungen sind gefährdeter. Das gilt laut Royal College of Obstetricians & Gynaicologists vor allem für Frauen mit Diabetes oder Asthma. Dort heißt es auch:

„Es gibt keine Anzeichen, die auf ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko hindeuten. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übergehen kann (dies wird als vertikale Übertragung bezeichnet). Es wird daher als unwahrscheinlich angesehen, dass das Virus, beim Baby zu Fehlbildungen führt.
Einige Babys von Frauen mit Coronaviren-Symptomen in China, sind zu früh geboren worden. Es ist unklar, ob das Coronavirus dies verursacht hat, oder ob die Ärzte die Entscheidung getroffen haben, dass das Baby früher zu holen, weil es der Frau nicht gut ging. “

Wenn du also schwanger bist und bisher keine Anzeichen des Coronavirus hast, gelten für dich die gleichen Regeln, wie für alle anderen Menschen:
Schränke Sozialkontakte so gut wie möglich ein und achte auf besonders gute Hygiene.

Das bedeutet laut Bundesgesundheitsministerium:

  • Regelmäßiges und ausreichend langes Händewaschen (mindestens 20 Sekunden unter laufendem Wasser mit Seife – 20 Sekunden sind so lang wie 2x „Happy Birthday“ summen)
  • Richtiges Husten und Niesen in ein Einwegtaschentuch, oder in die Armbeuge
  • Abstand von Menschen mit Husten, Schnupfen oder Fieber halten; Händeschütteln generell unterlassen
  • Hände vom Gesicht fernhalten (Schleimhäute in Mund und Nase sowie Augen)

Hier gibt’s nochmal ein kleines Filmchen der WHO dazu (auch auf Englisch):

 

 

Reisen in der Schwangerschaft während der Corona Pandemie

Zum Thema Reisen in der Schwangerschaft besagt oben genannte Veröffentlichung der geburtshilflichen Vereinigungen:

„Alle Personen, einschließlich schwangerer Frauen, sollten vor Reiseantritt sicherstellen, dass sie über angemessene Versicherungsvereinbarungen verfügen. Sie sollten auch überprüfen, ob Ihre Reiseversicherung die Geburt und Betreuung Ihres Neugeborenen abdeckt, für den Fall dass Sie im Ausland gebären sollten. Bezogen auf das Ausland ist das Reiserisiko für Schwangere nicht höher als für andere Reisende.”

Beachte die Seite des Auswärtigen Amts mit Reisewarnungen für bestimmte Gebiete.
„Es muss mit erhöhten Überwachungsmaßnahmen bezüglich Symptomen von COVID-19 an internationalen Flughäfen sowie der Verhängung von Quarantäne sowie Einreiseverboten gerechnet werden. Vermehrt kommt es zu Einschränkungen im internationalen Flugverkehr.“ heißt es auf einem Merkblatt des Auswärtigen Amtes.
Update, 17.3.: Das Auswärtige Amt hat heute eine Reisewarnung ausgesprochen. Man solle von allen, nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland absehen. Und wenn sich eine Reise nicht verschieben lässt: „Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen sich unabhängig vom Land, das sie besuchen, und von der Dauer des Auslandsaufenthalts in die Krisenvorsorgeliste „Elefand“ des Auswärtigen Amts einzutragen.“ Für deutsche Reisende in besonders betroffenen Gebieten, soll es ein Rückholprogramm geben.

Welche Symptome deuten auf eine Coronavirus-Erkrankung hin und was passiert dann?

Wenn du mit Personen Kontakt hattest, bei denen SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, solltest du dich (unabhängig von Symptomen) mit deinem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen oder die 116117 anrufen – und auf jeden Fall erst einmal zu Hause bleiben um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Es wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Symptome auftreten. Im Durchschnitt beträgt die Inkubationszeit laut WHO fünf bis sechs Tage. Typische Symptome sind grippeähnlich:

  • Fieber/ Schüttelfrost (87,9%)
  • trockener Husten (67,7%)
  • Abgeschlagenheit (38,1%)
  • Auswurf/produktiver Husten (33,4%)
  • Atemprobleme/ Kurzatmigkeit (18,6%)
  • Kopf (13,6%) – und Gliederschmerzen (14,8%)
  • Halskratzen (13,9%)
  • Frösteln (11,4%)
  • Übelkeit/Erbrechen (5,0%)
  • Schnupfen (4,8%)
  • Durchfall (3,7%)

(%-Zahlen stammen aus dem „who-china-joint-mission-on-covid-19-final-report„).

Die Übertragung geschieht über eine Tröpfcheninfektion. Das kann also vor allem durch Niesen oder Husten passieren. Aber das Virus hält sich auch auf Flächen (unterschiedlich lange – unten ist eine Studie dazu verlinkt) und kann daher über das Berühren von verunreinigten Flächen erfolgen. (In Berlin öffnen daher jetzt die Türen der Öffies automatisch.) Da man sich täglich häufig unbewusst ins Gesicht fasst, bringt man das Virus dann dahin, wo es Schaden anrichtet, nämlich in den Mund-Rachen-Raum und damit die Atemwege.

Was tun, wenn ich schwanger bin und betroffen sein könnte?

Wenn du die oben beschriebenen Symptome hast, oder sogar schon positiv getestet wurdest, musst du dich auf eine mindestens 14-tägige Isolationszeit einstellen. Das Bundesgesundheitsamt hat ein PDF mit Tipps zur häuslichen Quarantäne erstellt. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Institut (RKI) besagen:

  • Nicht zur Arbeit oder in öffentliche Bereiche gehen
  • Keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen
  • Keinen Besuch empfangen
  • Häufig lüften
  • Um eine Ansteckung der Familienmitglieder zu vermeiden: Räumliche Trennung – so gut das geht
  • Besorgungen von der Familie, von Freunden oder Lieferdiensten übernehmen lassen

Den meisten erkrankten Menschen helfen bereits Ruhe, viel trinken und bei Bedarf: fiebersenkende Medikamente. (Quelle: BzGA)
Angehörige von Erkrankten sollen, in Absprache mit dem Gesundheitsamt, mitisoliert werden und/oder ein sogenanntes Selbstmonitoring betreiben.
Sie sollen Tagebuch über ihr Befinden, aber auch über Sozialkontakte führen, und diese natürlich auch auf ein Minimum beschränken.

Therapie von Corona

Nur wenige Menschen müssen therapiert werden. Ob eine Behandlung erfolgen muss, richtet sich nach der Schwere des Krankheitsbildes. Bei schwerem, oder lang andauerndem Fieber oder Atemnot würde man in der Klinik beispielsweise Sauerstoff und Infusionen geben. Eventuell wird auch ein Antibiotikum angewandt. Das hilft natürlich nicht gegen die Viren, aber gegen die bakteriellen Begleitinfektionen, die den Körper sonst zusätzlich schwächen. (Quelle: Bundesgesundheitsministerium) Eine spezielle Therapie steht, genau wie eine Impfung, noch nicht zur Verfügung. Sehr schwere Fälle (das sind aber nur verhältnismäßig wenige) müssen beatmet werden.

Krankschreibung

Für eine reine Krankschreibung (egal aus welchem Grund) bitte derzeit nicht die Arztpraxis aufsuchen! Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) kann für maximal 7 Tage auch nach einer telefonischen Rücksprache mit deinem Arzt, ausgestellt werden. Diese Vereinbarung zur Entlastung der Arztpraxen dient auch der Kontaktvermeidung und gilt seit dem 9. März für zunächst 4 Wochen. (Quelle: Bundesgesundheitsministerium).

Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen in der Isolationszeit

Um Andere nicht zu gefährden, sollen Schwangere ihre Vorsorgeuntersuchungen – im Falle einer verordneten Isolation – in Absprache mit der Hebamme oder der Gynäkologin, verschieben. Wenn das medizinisch nicht möglich ist, soll der Besuch in der Praxis/Klinik vorher telefonisch angekündigt werden, damit entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden können. Dasselbe gilt, wenn du dir Sorgen um das Baby machst: Bitte kündige dein Erscheinen in Praxis oder Klinik immer vorher an. (Quelle: Positionspaper von BVF, DGGG & GBCOG)

Corona & Geburt

Da das Coronavirus relativ neu ist, gibt es nur wenig Erfahrungen im Umgang mit SARS-CoV-2 und Geburt. Die Empfehlungen, die für die Kreissäle ausgesprochen werden, ändern sich gefühlt täglich und sind offensichtlich innerhalb von Deutschland auch auch uneinheitlich, also länderspezifisch, geregelt.
Das sagen die BVF, DGGG & GBCOG in ihren FAQs dazu:

„Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Sie nicht vaginal gebären können oder dass ein Kaiserschnitt sicherer ist, wenn eine Coronavirus-Infektion vermutet oder bestätigt wurde. Wenn Ihre Atemwegserkrankung (Atmung) jedoch darauf hindeutet, dass eine dringende Entbindung erforderlich ist, kann eine Kaiserschnittgeburt empfohlen werden. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass Frauen mit Verdacht auf oder mit bestätigter CoronavirusInfektion keine PDA haben können. Die Verwendung von Lachgas kann jedoch die Aerosolisierung und Ausbreitung des Virus erhöhen – davon wird ausdrücklich abgeraten.“

Voranmeldung im Kreissaal

Wenn du infiziert bist und Wehen bekommst, melde dich nach Möglichkeit telefonisch im Kreißsaal an. Du wirst dann von einer Hebamme (im Schutzanzug) begrüßt. Du bekommst eine chirurgische Maske und kommst in ein Isolierzimmer. Die Hebamme und die diensthabende Gynäkologin bleiben dann bei dir, bis das Kind da ist. Natürlich kannst du auch eine Begleitperson bei dir haben (Update: 16.3.: In einigen Kliniken wird das zur Zeit untersagt). Aber diese darf den Raum dann auch bis zur Geburt des Kindes nicht mehr verlassen.
(Diese Infos stammen aus einem Gespräch mit einer leitenden Hebamme einer Berliner Klinik am Donnerstag, den12.3. und wurden am 16.3. nochmals bestätigt. Ich habe aber schon von abweichenden Prozeduren gehört.)

Was passiert nach der Geburt mit dem Baby, wenn du das Coronavirus hast?

Nach meinen Erkenntnissen ist bisher keine intrauterine Ansteckung (also keine Ansteckung des Kindes im Mutterleib) der Babys öffentlich bekannt geworden. (Es gibt bisher nur einen Fall, in dem ein Kind sehr zeitnah, nach der Geburt positiv getestet wurde. Über die Umstände ist aber zu wenig bekannt um daraus Schlüsse zu ziehen.) Wenn du Corona hast, dann wird dein Kind aber natürlich auch auf Corona getestet. Bisher wird glücklicherweise keine Trennung von Mutter und Kind empfohlen –  solange es dem Baby gut geht. Natürlich wird das in jedem Fall individuell entschieden. Es kommt auch darauf an, wie gut es dir geht und wie gut du dich in der Lage fühlst, für dein Neugeborenes zu sorgen. Wenn du selbst intensiver betreut werden musst, kann das schwierig werden. Im besten Fall kann dein(e) Partner*in dann die Betreuung übernehmen. Und das Klinikpersonal wird, so gut es geht, dafür sorgen, dass alles so normal wie möglich abläuft.
Es versteht sich von selbst, dass Hausgeburten, nach einer verifizierten Corona-Infektion nicht möglich sind.

Stillen mit SARS-CoV-2?

Auch hier sehen die Empfehlungen der Ärzte bisher sehr positiv aus. In dem vielzitierten Paper der BVF, DGGG & GBCOG heißt es:

„Ja. Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Daher wird davon ausgegangen, dass die anerkannten Vorteile des Stillens die potenziellen Risiken einer Übertragung des Coronavirus überwiegen. Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch das Tragen eines Mundschutzes eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern. Diese Empfehlung kann sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.“

Auch die LaLecheLeague möchte Eltern ermutigen, gerade zum immunologischen Schutz des Kindes zu Stillen:

„In den meisten Fällen bleiben die gestillten Babys gesund, auch wenn ihre Eltern oder andere Familienmitglieder an einer Infektionskrankheit erkranken. Es gibt immer mehr Forschungsergebnisse, die zeigen, dass Säuglinge von mehreren und verschiedenen immunologischen Proteinen, einschließlich Antikörper, die in der menschlichen Milch enthalten sind, profitieren, insbesondere durch direktes Stillen.
Mütter, die sich kurz vor der Geburt infizieren und dann mit dem Stillen beginnen, und Mütter, die sich in der Stillzeit infizieren, produzieren spezifische sekretorische IgA-Antikörper und viele andere kritische Immunfaktoren in ihrer Milch, um ihre gestillten Säuglinge zu schützen und die eigenen Immunreaktionen ihrer Kinder zu verstärken. Zu diesem Zeitpunkt unterstützen diese immunologischen Faktoren den Körper der Säuglinge dabei, effektiver auf Exposition und Infektion zu reagieren. Die Einhaltung guter Hygienepraktiken trägt auch dazu bei, die Übertragung des Virus zu reduzieren.
Wenn eine stillende Mutter krank wird, ist es wichtig, das direkte Stillen nicht zu unterbrechen. Das Kind wurde bereits von der Mutter und/oder der Familie mit dem Virus in Kontakt gebracht und profitiert am meisten von der Fortsetzung des direkten Stillens.“

Auf der Seite von UNICEF kann man ergänzend erfahren:

„Wenn eine Mutter zum Stillen zu krank ist, sollte sie, falls möglich, Milch abpumpen und sie dem Kind über einen sauberen Becher und/oder Löffel füttern – alles unter Anwendung der gleichen Methoden zur Infektions-Vorbeugung.“

Fragen und weiterführende Empfehlungen

Wenn ihr weitere Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Stillen in Zeiten von Corona habt, dann schreibt sie doch gerne in die Kommentare und ich werde mich bemühen Antworten zu finden.
Empfehlen kann ich euch noch:

Sammlung interessanter Studien

Und zum guten Schluss:

Hotlines zum Coronavirus

Bitte wählt diese Nummern nur, wenn ihr wirklich einen begründeten Verdacht habt, erkrankt zu sein. Die Dienste sind extrem überlastet und sollten wirklich nur echten Notfällen zur Verfügung stehen:

  • Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes: 116117
  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22
  • Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon): 030 346 465 100
  • Allgemeine Erstinformation und Kontaktvermittlung: Behördennummer 115 (115.de)
  • Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte – Fax: 030 / 340 60 66 – 07 deaf@bmg.bund(dot)de/ info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de
  • Gebärdentelefon (Videotelefonie)

Von der Berliner Charité gibt es außerdem ein App (CovAPP) die als Entscheidungshilfe dient, ob man sich testen lassen sollte und wie das beste Vorgehen ist.

Bleibt gesund, guter Hoffnung, gut gelaunt, solidarisch und haltet durch!

Liebe Grüße,
Jana

Tagesaktuelle Meldungen findet ihr hier:

14.3. Abends: Es scheint so, dass in Großbritannien ein Baby einer Corona-infizierten Mutter, unmittelbar nach der Geburt, positiv getestet wurde. Das berichtete The Guardian heute. Ob das Kind sich vor- oder bei der Geburt infiziert hat, ist nicht klar. Ebenfalls unklar ist, welche Konsequenzen der Fall ggf. für das weitere Vorgehen haben wird.

15.3. Gestern Abend veröffentlichte der Berliner Bürgermeister eine Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin. In § 6 geht es um Besuchsregelungen in Krankenhäusern. Diese werden ab sofort, bis auf wenige Ausnahmen, extrem eingedämmt. Ob Besuche im Kreißsaal nun dazu gehören, dazu war nichts zu lesen. Es laufen Anfragen. Es scheint momentan so zu sein, dass Kliniken das sehr unterschiedlich interpretieren. Hier in Berlin habe ich von Kolleginnen aus drei Häusern erfahren, dass dort weiterhin jeweils eine Begleitperson erlaubt ist.

16.3. Ab morgen schließen hier in Berlin die Schulen endgültig. Und viele Firmen schicken ihre Mitarbeiter ins Homeoffice. Das ist gut und richtig so und Teil der sozialen Verantwortung, die wir alle gemeinsam tragen. Das Robert Koch Institut schreibt dazu in seinem Epidemiologisches Bulletin „COVID-19: Jetzt handeln, vorausschauend planen Strategie-Ergänzung zu empfohlenen Infektionsschutzmaßnahmen und Zielen (2. Update)“:

„Eine zentrale Maßnahme sind bevölkerungsbasierte kontaktreduzierende Maßnahmen, wie die Absage von (..)Veranstaltungen in geschlossenen Räumlichkeiten, bei denen ein Abstand von 1 –2 Meter nicht gewährleistet werden kann. (..) Wie in vergangenen Pandemien gezeigt werden konnte, sind diese bevölkerungsbasierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung durch Schaffung sozialer Distanz besonders wirksam, wenn sie in einem möglichst frühen Stadium der Ausbreitung des Erregers in der Bevölkerung eingesetzt werden. Aber auch der eigenverantwortliche Beitrag jeder Bürgerin und jedes Bürgers sind gefragt, sowohl im persönlichen Umfeld als auch in ihren beruflichen Funktionen oder ehrenamtlichen Engagement.“

In Berlin darf weiterhin ein Angehöriger mit in den Kreißsaal, oder zu Besuch auf die Wochenbettstation. Allerdings sollte er dann möglichst auch im Raum bleiben (denkt also ggf. an gute Versorgung). Leider bedeutet das zur Zeit, dass eine Doula oder eine Geburtsfotografin nicht zugelassen ist.
Wie auch viele meiner Kolleginnen, stelle ich ab sofort meine Kurse auf Onlinekurse um. Wie das für uns mit der Bezahlung aussieht, steht – wie bei vielen FreiberuflerInnen – in den Sternen.

17.3. Update zur Situation in den 19 Berliner Kliniken: Die Situation in den Kreißsälen ist stabil. Es darf weiterhin eine Begleitperson mit zur Geburt. Sie muss gesund sein und darf den Kreißsaal, für den Zeitraum der Geburt nicht verlassen (kein rein & raus – denkt an eure Verpflegung!). Auf der Wochenbettstation ist leider keinerlei Besuch möglich, auch nicht vom Partner oder der Partnerin. Da  dadurch mehr Frauen ambulant gehen, wurde eine Sprechstunde für die U2 (die zweite Untersuchung vom Baby) eingerichtet.
Geburtsanmeldungen laufen bis auf weiteres telefonisch. An einer Videoschaltung wird gearbeitet.
(Die Informationen stammen von PD Dr. med. Mandy Mangler, der Chefärztin des Auguste Viktoria Krankenhauses in Berlin, Schöneberg. Nach zuhören in einem Life-Video auf Instargram unter „gyn_magazin“.)

 

Vielen Dank an Jana Friedrich von hebammenblog.de für diese tolle Zusammenstellung!